Düsseldorf saniert, Rostock bewahrt: Zwei Städte und ihre Opernhäuser
Zwei deutsche Städte haben gegensätzliche Entscheidungen über ihre historischen Opernhäuser getroffen. Düsseldorf gab die Pläne für einen milliardenteuren Neubau auf, während Rostock sein 1943 errichtetes Volkstheater als geschütztes Denkmal der Moderne erhalten hat.
In Düsseldorf hatte die Stadt zunächst den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta beschlossen, das den Nachkriegsbau ersetzen sollte. Aufgrund explodierender Kosten wurde das Projekt jedoch gestoppt, und das Grundstück am Wehrhahn fiel wieder in städtische Hand. Stattdessen plant Düsseldorf nun eine Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten. Der Entwurf des Büros raumwerk sieht vor, das Gebäude mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Durch eine durchdachte Landschaftsgestaltung könnte das Opernhaus zudem optisch an die benachbarten Kultureinrichtungen angebunden werden.
In Rostock hingegen hatte die regierende CDU-Fraktion den Abriss des Volkstheaters vorgeschlagen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Das 1943 erbaute Haus gilt jedoch als bedeutendes Beispiel der ostdeutschen Moderne. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte Teile der Bausubstanz unter Schutz und verhinderte so die Abrisspläne.
Die Modernisierung des Bonatz-Baus in Düsseldorf könnte nun zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Rostocks Volkstheater bleibt erhalten – sein historischer und architektonischer Wert bewahrt. Beide Städte setzen damit auf die Weiterentwicklung bestehender Kulturstätten statt auf teure Neubauten.






