EASA genehmigt erstes Mixed-Reality-Trainingsgerät für europäische Pilotenausbildung
Greta SchulzEASA genehmigt erstes Mixed-Reality-Trainingsgerät für europäische Pilotenausbildung
Neues Mixed-Reality-Trainingsystem für Piloten erhält offizielle Zulassung der EU-Flugsicherheitsbehörde
Ein innovatives Mixed-Reality-(MR)-Trainingsgerät für Piloten hat die offizielle Genehmigung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erhalten. Entwickelt wurde das System vom finnischen Technologieunternehmen Varjo und kombiniert digitale Umgebungen mit einem echten Cockpit. Dadurch können Auszubildende physische Steuerungselemente bedienen, während sie eine vollständig gerenderte Außenwelt sehen. Es handelt sich um das erste System dieser Art, das in Europa für die Anrechnung ziviler Flugstunden zugelassen wurde.
Die MR-Technologie projiziert eine virtuelle Welt über ein reales Cockpit und schafft so ein nahtloses Erlebnis für die Piloten. Trainees sehen dabei ihre eigenen Hände und ihren Körper bei der Bedienung der Instrumente, was die Simulation besonders realistisch macht. Zudem verfügt das System über eine Blickverfolgungsfunktion, mit der Ausbilder nachvollziehen können, worauf die Lernenden während der Übungen ihre Aufmerksamkeit richten.
Das Gerät von Varjo wird bereits in der Flugschule der Lufthansa in München eingesetzt, wo es zur Ausbildung neuer Pilotinnen und Piloten genutzt wird. Zudem arbeitet das Unternehmen mit dem Schweizer Hersteller Brunner Elektronik zusammen, der die Technologie in seinen neu zertifizierten NOVASIM MR DA42-Flugtrainer integriert hat. Die EASA-Zulassung wurde am 18. März 2026 bekannt gegeben.
Die Entwicklung ist Teil eines größeren Trends, Extended-Reality-(XR)-Werkzeuge in regulierten Branchen einzuführen. Bereits Anfang dieses Jahres erhielt das deutsche Unternehmen Reiser Simulation and Training eine Vorqualifizierung des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) für seinen H145-D3-Helikoptersimulator, der ebenfalls auf Varjos Technologie basiert. Diese Fortschritte deuten auf einen Wandel hin zu immersiveren und flexibleren Ausbildungsmethoden in der Luftfahrt hin.
Mit der EASA-Zulassung kann Varjos System nun offiziell zur Erfassung von Flugstunden für zivile Piloten in ganz Europa genutzt werden. Die Technologie, die mit über 200 Millionen US-Dollar finanziert wurde, kommt bereits in großen Ausbildungszentren zum Einsatz. Ihre Verbreitung unterstreicht die wachsende Bedeutung von Mixed-Reality-Lösungen in der professionellen Pilotenschulung.






