12 April 2026, 12:01

Frau heiratet in Straßburg offiziell eine Straßenbahn – aus Liebe

Plakat, das "Les Ouvrières de Paris" von Pierre Decourcelle ankündigt, mit einer zentralen Frau umgeben von Menschen, Bäumen und Vögeln sowie zusätzlichem Text.

Frau heiratet in Straßburg offiziell eine Straßenbahn – aus Liebe

Eine Frau in Frankreich hat nach Jahren, in denen sie sich als Objectum-Sexual identifiziert, rechtlich eine Straßenbahn geheiratet. Sandra Ram, die seit ihrer Kindheit eine emotionale und romantische Bindung zu leblosen Gegenständen verspürt, gab sich in diesem Jahr in Straßburg mit der Straßenbahn Nr. 3013 das Jawort. Die Zeremonie fand mit Genehmigung des Depots statt, in dem das Fahrzeug untergestellt ist.

Bei Ram wurde bereits im Kindesalter Objectum-Sexualität diagnostiziert – eine seltene sexuelle Orientierung, bei der Menschen tiefe romantische oder sexuelle Bindungen zu Objekten entwickeln. Jahrzehntelang blieb diese Seite ihres Lebens privat.

2020 sah sie den Film Jumbo, der eine ähnliche Beziehung zwischen einer Frau und einem Fahrgeschäft thematisiert. Der Film berührte sie zutiefst und bestätigte ihre eigenen Gefühle für Gegenstände. Mit der Zeit vertiefte sich ihre Verbindung zur Straßenbahn Nr. 3013.

In diesem Jahr wandte sich Ram an das Straßburger Straßenbahn-Depot und bat um Erlaubnis für eine symbolische Verbindung. Nach der Zustimmung feierte sie eine kleine Zeremonie und heiratete die Straßenbahn 2024 offiziell. Die Ehe stellt eine seltene öffentliche Anerkennung von Objectum-Sexualität dar. Ram betrachtet die Straßenbahn Nr. 3013 nun als ihre rechtmäßige Partnerin – mit Rückendeckung des Depots. Das Ereignis zeigt, wie persönliche Beziehungen zu Objekten in der modernen Gesellschaft formale und anerkannte Formen annehmen können.

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