09 May 2026, 12:02

Gedenken in Halle wird zum Streit über Symbole und Geschichte

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Flagge zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Gedenken in Halle wird zum Streit über Symbole und Geschichte

Halle (Saale) gedenkt der Befreiung vor 81 Jahren – Feier wird zum politischen Zankapfel

Die Stadt Halle (Saale) hat mit einer Gedenkveranstaltung an den 81. Jahrestag ihrer Befreiung erinnert – doch die Feierstunde entwickelte sich schnell zu einem Kristallisationspunkt politischer Spannungen. Die eigentliche Absicht, den Widerstand gegen den Faschismus zu ehren, geriet angesichts von Symbolstreitigkeiten und divergierenden Geschichtsbildern in den Hintergrund.

Die Gedenkfeier begann mit traditionellen Ehrungen: Die stellvertretende Oberbürgermeisterin, Dr. Judith Marquardt, niederlegte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen Kranz. Teilnehmer legten zudem Blumen am Gedenkhain für die deutschen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus nieder.

Gisela Döring von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) würdigte in ihrer Rede die Männer und Frauen, die sich gegen den Faschismus aufgestellt hatten. Lukas Wanke, ebenfalls von der Organisation, betonte, ihr Kampf sei noch nicht beendet. Gleichzeitig warnte er davor, die historische Rolle der Roten Armee als Rechtfertigung für heutige Ungerechtigkeiten heranzuziehen.

Für Aufsehen sorgte das Erscheinen von Mitgliedern der „Haller Bewegung“, die mit russischen Flaggen und Symbolen auftraten. Ihre Präsenz stieß auf scharfe Kritik. Eric Stehr von der Linken warnte später vor einer Unterstützung von Regimen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien.

Hintergrund der Veranstaltung ist eine historische Besonderheit: Halle wurde 1945 nicht von der Roten Armee, sondern von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit. Dennoch würdigt das städtische Mahnmal weiterhin den Beitrag der Sowjetunion zur Niederlage des Faschismus.

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Die Feierlichkeiten offenbarten tiefe Gräben in der Erinnerungskultur. Zwar wurden die Widerstandskämpfer gewürdigt, doch dominierten Debatten über Symbole und politische Positionierungen den Tag. Am Ende blieb die Veranstaltung von ungelösten Konflikten geprägt – über das Erbe der Befreiung und seine Bedeutung für die Gegenwart.

Quelle