Milchbauern in der Krise: Politik lehnt Hilfen trotz Rekordtief bei Preisen ab
Mila MüllerMilchbauern in der Krise: Politik lehnt Hilfen trotz Rekordtief bei Preisen ab
Milchbauern in Deutschland stecken in einer anhaltenden Krise fest, da die Milchpreise weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2022 liegen. Trotz dringender Appelle an die Politik haben Agrarminister aus CDU- und SPD-geführten Bundesländern finanzielle Hilfen sowie Maßnahmen zur Angebotsverknappung abgelehnt, die von Niedersachsen vorgeschlagen worden waren.
Die Milchpreise in Deutschland sind seit 2022 stark gesunken – von 0,40 bis 0,50 Euro pro Liter auf etwa 0,30 bis 0,35 Euro im Zeitraum 2024/2025. Der Rückgang folgte auf ein Überangebot an Rohmilch und eine nachlassende globale Nachfrage. Zwar zeigten sich zu Beginn des Jahres 2026 leichte Preiserholungen, doch blieben die Erlöse deutlich unter den früheren Höchstständen.
Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte hatte sich für EU-Krisenmaßnahmen eingesetzt, um die Preise zu stabilisieren und die Milchwirtschaft zu stärken. Sie schlug eine freiwillige Reduzierung der Milchmenge vor, um den Marktdruck zu verringern. Doch die Minister aus CDU- und SPD-regierten Ländern lehnten den Plan kategorisch ab.
Staudte verurteilte die Entscheidung als einen «vernichtenden Schlag» für die notleidenden Betriebe. Sie warf den von Konservativen geführten Ministern vor, «ideologische Rechnereien» über praktikable Lösungen für die Branche zu stellen. Auch Landwirtschaftsverbände hatten die Forderung nach staatlichem Eingreifen unterstützt und vor langfristigen Schäden ohne Unterstützung gewarnt.
Die Ablehnung lässt die Milchbauern ohne sofortige Entlastung zurück – trotz der anhaltend niedrigen Preise. Ohne Anpassungen beim Angebot oder finanzielle Hilfen bleibt der Sektor nun auf eine allmähliche Markterholung angewiesen. Die Minister haben signalisiert, dass eine erneute Befassung mit dem Thema kurzfristig nicht geplant ist.






