08 April 2026, 04:01

Neue deutsche Kulturschätze: Von Herrenschneidern bis zu Martinsumzügen

Ein geschäftiger Weihnachtsmarkt in Nürnberg, Deutschland mit Menschen um dekorierte Stände, festliche Lichter, ein Riesenrad im Hintergrund und ein Schild rechts.

Neue deutsche Kulturschätze: Von Herrenschneidern bis zu Martinsumzügen

Deutschland hat seine Liste des immateriellen Kulturerbes aktualisiert und dabei neue Traditionen aufgenommen, während andere keine Berücksichtigung fanden. Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die neuesten Auswahlentscheidungen bekannt. Die Beschlüsse lösten sowohl Zustimmung als auch Debatten darüber aus, was offizielle Anerkennung verdient.

Zu den neu anerkannten Traditionen zählt das Handwerk der Herrenschneiderei, das für seine handwerkliche Kunstfertigkeit gelobt wird. Auch die Kultur der Schausteller auf deutschen Volksfesten wurde in die Liste aufgenommen, ebenso wie die Fischerei in der Ostsee, das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz und die St.-Martins-Umzüge im Rheinland.

Die SPD-Hockwurst vom Sommerfest hingegen schaffte es nicht auf die Liste. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden Döner Kebap und unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen. Diese Auslassungen folgen Weimers strenger Haltung bei der Kulturförderung, die kürzlich dazu führte, dass er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen von einer staatlich unterstützten Liste strich.

Diese frühere Entscheidung hatte Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern ausgelöst. Kritiker:innen fragen nun, ob die Herrenschneiderei tatsächlich herausragender ist als ähnliche Traditionen in anderen europäischen Ländern. Die Kriterien des Ministers bleiben ein Streitpunkt in der weiteren Diskussion über den Erhalt von Kultur.

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Die aktualisierte Liste hebt Traditionen hervor, die als essenziell für die deutsche kulturelle Identität gelten. Einige Einträge wie die Schneiderei und Volksfeste erhalten nun offizielle Unterstützung, während andere – etwa die Hockwurst und der Döner – unberücksichtigt bleiben. Die Auswahl spiegelt die anhaltenden Debatten wider, was als Kulturerbe definiert wird – und wer darüber entscheidet.

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