Neuer bpv-Preis ehrt Teamarbeit – doch Lehrkräftemangel bleibt ungelöst
Mila MüllerNeuer bpv-Preis ehrt Teamarbeit – doch Lehrkräftemangel bleibt ungelöst
Neuer Preis würdigt vorbildliche Teamarbeit an bayerischen Schulen
Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat einen neuen Preis ins Leben gerufen, um Schulen in Bayern auszuzeichnen, die sich durch herausragende Zusammenarbeit auszeichnen. Der mit "Gemeinsam Handeln" betitelte Wettbewerb steht sowohl langjährigen Projekten als auch aktuellen Initiativen offen. Die Einführung des Preises fällt jedoch in eine Phase, in der der Verband der Staatsregierung vorwirft, den akuten Lehrkräftemangel in den Klassenräumen zu ignorieren.
Die Auszeichnung des bpv soll im Schuljahr 2025/26 an Schulen vergeben werden, die in besonderer Weise kooperative Ansätze umsetzen. Bewerben können sich sowohl etablierte Programme als auch neu gestartete Vorhaben aus diesem Schuljahr. Der Verband erhofft sich, mit dem Preis gelungene Beispiele für Zusammenarbeit in der Bildung sichtbar zu machen.
Gleichzeitig übt der bpv scharfe Kritik an der Personalpolitik der Landesregierung. Wie der stellvertretende Vorsitzende Benedikt Karl betont, widerspreche die Weigerung, zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, dem Grundsatz, dass steigende Schülerzahlen mehr Personal erforderten. Besonders betroffen seien Gymnasien und Berufliche Oberschulen, wo mit Kürzungen der Unterrichtsstunden und einer höheren Arbeitsbelastung für die vorhandenen Lehrkräfte zu rechnen sei.
Bildungsministerin Anna Stolz setzt in ihren jüngsten Vorschlägen stattdessen auf die bessere Ausschöpfung bestehender Ressourcen – nicht auf deren Ausbau. Ihre Pläne sehen vor, Schulen mehr Flexibilität auf lokaler Ebene zu ermöglichen, damit diese mit ihren aktuellen Teams arbeiten können. Doch der bpv hält diesen Ansatz für unzureichend, um den Druck durch wachsende Schülerzahlen abzufedern. Wie der Verband bestätigte, sind für 2026 keine neuen Lehrstellen vorgesehen.
Während der Preis "Gemeinsam Handeln" ab diesem Herbst beispielhafte Zusammenarbeit an bayerischen Schulen würdigen soll, fordern Lehrkräfte weiterhin mehr Personal – angesichts weiter steigender Schülerzahlen. Ohne zusätzliche Einstellungen müssen sich Lehrer an Gymnasien und Berufsschulen im kommenden Jahr auf noch höhere Anforderungen einstellen.






