Neues Filmfördergesetz: Acht Prozent der Einnahmen müssen in deutsche Produktionen fließen
Ida LangNeues Filmfördergesetz: Acht Prozent der Einnahmen müssen in deutsche Produktionen fließen
Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf ein neues Gesetz zur Förderung von Investitionen in die Filmbranche geeinigt. Die geplanten Regelungen sehen vor, dass acht Prozent der Einnahmen in lokale Produktionen reinvestiert werden müssen. Dieser Schritt folgt auf Kritik an früheren Strategien, die auf freiwillige Absprachen mit Streamingplattformen setzten.
Das neue Vorhaben zielt darauf ab, die deutsche Filmlandschaft durch verbindliche finanzielle Zusagen großer Unternehmen zu stärken. Die Entscheidung fällt nach massiver Kritik an Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer, dem vorgeworfen wurde, durch Verzögerungen und unwirksame Maßnahmen die Branche im Stich gelassen zu haben. Sein bisheriger Ansatz, der auf freiwillige Vereinbarungen mit Streamingdiensten baute, galt als unzureichend. Kritiker monierten, dass diese Vorgehensweise wertvolle Zeit verschwendete und der Industrie die nötige Planungssicherheit vorenthielt.
Künftig sollen Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, acht Prozent ihrer in Deutschland erzielten Erlöse in heimische Film- und Fernsehprojekte zu stecken. Zwar liegt dieser Satz deutlich unter der 20-Prozent-Marke in Frankreich, doch markiert er einen wichtigen Schritt hin zu einer stärkeren finanziellen Förderung. Die Koalition betont, dass strenge Kontrollen und klare Vorgaben die Einhaltung der Regelungen sicherstellen sollen.
Bedenken gibt es insbesondere zu einzelnen Passagen des Gesetzentwurfs, etwa bei den Bestimmungen zur Rechteverteilung und einer umstrittenen Ausstiegsklausel. Trotz dieser Kritikpunkte drängt die Regierung auf einen zügigen Start des Gesetzgebungsverfahrens. Man hofft, Filmemachern und Produzenten damit die lang ersehnte Planungssicherheit zu geben.
Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Sven Lehmann hatte bereits früher die Bedeutung eines wirksamen Steueranreizmodells hervorgehoben. Solche Maßnahmen gelten als entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem globalen Filmmarkt zu stärken.
Nun geht der Gesetzesentwurf in die nächste Phase – die Abgeordneten wollen die Details in den kommenden Monaten finalisieren. Bei einer Verabschiedung würde die Acht-Prozent-Investitionspflicht für Streamingdienste und andere große Branchenakteure gelten. Ziel der Regierung ist es, ein stabileres und wettbewerbsfähigeres Umfeld für deutsche Filmschaffende zu schaffen.
Doch ob der Plan gelingt, hängt davon ab, wie konsequent die neuen Regeln umgesetzt werden und ob sie bestehende Bedenken hinsichtlich Fairness und Transparenz ausräumen können.






