05 May 2026, 12:02

Proteste gegen rechtsextreme Kampfsporthalle in Halle eskalieren

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Demonstration gegen die Anti-Kriegs-Bewegung in Berlin, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ist ein Gebäude mit Fenstern, Bögen, Säulen und Skulpturen zu sehen.

Proteste gegen rechtsextreme Kampfsporthalle in Halle eskalieren

Hunderte Demonstranten versammelten sich am vergangenen Wochenende in Halle, um die Schließung eines Kampfsporthalls zu fordern, dem Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen nachgesagt werden. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, die Kritiker als Rekrutierungszentrum für Extremisten anprangern. Die Veranstalter sprachen von 300 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl auf etwa 170 schätzte.

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Die Protestaktion fand vor Halles Hauptbahnhof statt und wurde von der lokalen antifaschistischen Gruppe Daumen runter organisiert. Die Demonstranten skandierten Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen!“ und forderten die sofortige Schließung der Sporthalle. Viele der Anwesenden waren junge Aktivisten.

Die Gladiator Fight Academy steht bereits länger wegen ihrer Verbindungen zu rechtsextremen Akteuren in der Kritik. Zu ihrem Kernteam gehört Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt. Ein weiteres führendes Mitglied, Christopher Henze, soll Kontakte zur rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig unterhalten. Hans Krüger, ein Nachwuchstrainer der Halle und Teilnehmer an deren Veranstaltungen, ist zudem Anhänger von Energie Cottbus – ein Verein mit einer Geschichte rechtsextremer Fanaktivitäten.

Nur wenige Tage vor der Demonstration hatte die Sporthalle in Teutschenthal die Premiere ihrer Gladiator Fight Series ausgerichtet. Die Veranstaltung zog ein Publikum mit bekannten rechtsextremen Bezügen an. Trotz Bedenken erlaubte der Veranstaltungsort – ein städtisches Kultur- und Gemeinschaftszentrum – die Buchung. Stadtvertreter verwiesen darauf, dass Mietverträge für öffentliche Räume private Verträge blieben.

Die Kundgebung unterstreicht die anhaltenden Spannungen um rechtsextreme Einflüsse in lokalen Sport- und Gemeinschaftseinrichtungen. Die Organisatoren kündigten an, weiter Druck auf die Behörden auszuüben, um die Aktivitäten der Sporthalle zu untersuchen. Die Gladiator Fight Academy hingegen bleibt vorerst in Betrieb – ohne Anzeichen für ein unmittelbares Einschreiten der Verantwortlichen.

Quelle