21 April 2026, 22:02

Rechtsextreme Tendenzen in Deutschland erreichen alarmierenden Höchststand von 30 Prozent

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung" und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre.

Rechtsextreme Tendenzen in Deutschland erreichen alarmierenden Höchststand von 30 Prozent

Eine neue Studie offenbart einen deutlichen Anstieg rechtsextremer Tendenzen in Deutschland innerhalb der vergangenen vier Jahre. Der jüngste Bericht des MOTRA-Projekts, der fast 600 Seiten umfasst, zeigt, dass mittlerweile fast 30 Prozent der Bevölkerung als "latent rechtsextrem" oder "rechtsaffin" eingestuft werden. Forscher warnen zudem vor dem Einfluss "alternativer Nachrichtenmedien" bei der Prägung radikaler Ansichten.

Der MOTRA-Monitor 2024/25, der bislang umfangreichste Bericht des Projekts, untersucht die Radikalisierungstrends in Deutschland seit 2019. Unter der Leitung des Bundeskriminalamts (BKA) waren über 50 Wissenschaftler und 22 Fachbeiträge an der Studie beteiligt. Demnach stieg der Anteil der Menschen mit "latent rechtsextremen" oder "rechtsaffinen" Einstellungen zwischen 2021 und 2025 von 21,8 auf 29,6 Prozent.

Die Erhebung bewertete Haltungen anhand von zehn Aussagen zu sechs Phänomenen. Wer einen Wert von 2,1 oder höher erreichte, wurde der Kategorie "latent rechtsextrem" zugeordnet. Bis 2025 vertraten 5,4 Prozent der Deutschen ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild" – bei Lesern "rechtsextremer Medien" lag der Anteil bei 4,8 Prozent.

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Der Medienkonsum spielte in den Ergebnissen eine zentrale Rolle. Printmedien wie Compact, Junge Freiheit und Tichys Einblick wurden als "rechtsextrem" eingestuft, während Junge Welt und Al Jazeera als "linksextrem" bzw. "islamistisch" gelten. Die Studie warnt, dass 6,2 Prozent der Befragten diese Quellen gelegentlich nutzen und 1,9 Prozent sogar regelmäßig. Solche Medien, so die Argumentation, isolieren Leser vom gesellschaftlichen Mainstream und verstärken extreme Überzeugungen.

Der Bericht verweist zudem auf eine wachsende Spaltung in der öffentlichen Debatte. Zwar führen die meisten Menschen "radikale, aber demokratisch legitime" Diskussionen über zentrale Themen, doch werden ihre Stimmen oft überlagert. Stattdessen dominiert eine "antidemokratische, radikale Minderheit" mit extremistischer Rhetorik.

Die MOTRA-Ergebnisse deuten auf einen klaren Wandel in der politischen Landschaft Deutschlands hin. Der Anteil derer mit rechtsextremen Tendenzen ist deutlich gestiegen, während alternative Medien die Polarisierung weiter anheizen. Die Forscher betonen, dass diese Entwicklungen eine ernsthafte Herausforderung für den demokratischen Diskurs im Land darstellen.

Quelle