Rentenreform 2024: Merz plant Rückkehr zur Kapitaldeckung und höhere Eintrittsalter
Mila MüllerRentenreform 2024: Merz plant Rückkehr zur Kapitaldeckung und höhere Eintrittsalter
Die deutsche Bundesregierung hat Pläne zur Reform des Rentensystems bekannt gegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bestätigte, dass die schwarz-rote Koalition die Vorschläge der Rentenkommission vollständig übernehmen wird. Zu den Änderungen gehören die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie die Einführung neuer Finanzierungsregeln.
In den 1950er-Jahren hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) das bis dahin kapitalgedeckte Rentensystem durch das heutige Umlageverfahren ersetzt. Der Wechsel erfolgte, nachdem zwei Weltkriege zu einem Mangel an Kapital geführt und die Anfälligkeit marktabhängiger Modelle offengelegt hatten. Seither garantiert das gesetzliche System sichere jährliche Renditen von über drei Prozent.
Die Rentenkommission empfiehlt nun eine teilweise Rückkehr zur Kapitaldeckung. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen jeweils bis zu ein Prozent der Bruttolöhne in ein neues kapitalgedecktes System einzahlen. Zudem plant die Regierung eine Grundrente einzuführen, die durch höhere Bundeszuschüsse finanziert wird, um Altersarmut zu bekämpfen.
Kritiker monieren, dass die Reformen die Arbeitszeit verlängern und damit effektiv die Renten für viele kürzen würden. Besonders betroffen wären Geringverdiener und Menschen mit geringerer Lebenserwartung. Gleichzeitig ist der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den letzten 20 Jahren gesunken – trotz der Behauptung, dass jüngere Arbeitnehmer vom aktuellen System kaum profitieren.
Die geplanten Änderungen sehen vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und neue Finanzierungsmechanismen einzuführen. Eine Grundrente sowie kapitalgedeckte Beiträge sollen das System stabilisieren. Die Reformen werden die Art und Weise, wie Renten finanziert und in der Gesellschaft verteilt werden, grundlegend verändern.
