26 June 2026, 12:01

Rentenreform: Höheres Renteneintrittsalter und Abschaffung der Frühverrentung geplant

Rentenreform und Lebensarbeitszeit

Rentenreform: Höheres Renteneintrittsalter und Abschaffung der Frühverrentung geplant

Die Deutsche Rentenkommission hat Reformvorschläge für das Rentensystem vorgelegt. Dazu gehören eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters im Einklang mit der steigenden Lebenserwartung sowie die Abschaffung der Möglichkeit eines vorzeitigen Rentenbezugs für langjährig Versicherte.

Derzeit können alle, die nach 1964 geboren wurden, unabhängig von ihrer Beitragsdauer mit 67 Jahren in Rente gehen. Die Kommission schlägt vor, dass Arbeitnehmer ab 2041 bis 67,5 Jahre und ab 2051 sogar bis 68 Jahre warten müssen, um ihre Rente zu erhalten. Damit wird das Renteneintrittsalter direkt an die steigende Lebenserwartung gekoppelt.

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Zudem lehnt die Kommission eine Verknüpfung des Renteneintrittsalters mit den Beitragsjahren ab – trotz der Argumentation, dies wäre gerechter. Stattdessen soll die Regelung gestrichen werden, die einen abschlagsfreien Rentenbezug nach 45 Beitragsjahren ermöglicht. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt diesen Schritt mit der Begründung, dass Spätstarter weniger in die Rentenkasse eingezahlt hätten als jene, die bereits mit 16 Jahren ins Berufsleben einträten.

Im neuen System müssen alle Arbeitnehmer länger arbeiten, insbesondere Beschäftigte ohne Hochschulabschluss. Akademiker, die oft höhere Einkommen erzielen und eine längere Lebenserwartung haben, profitieren derzeit von höheren Renten über einen längeren Zeitraum. Die Pläne sehen zudem eine „individuelle Gesundheitsbewertung“ für Arbeitnehmer in körperlich belastenden Berufen vor, die bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit einen früheren Renteneintritt ermöglichen soll.

Die Reformen bedeuten, dass künftig alle länger arbeiten müssen – mit Anpassungen für gesundheitliche Belastungen und berufliche Anforderungen. Ziel der Änderungen ist es, die Beitragsleistungen und die Lebenserwartung in Einklang zu bringen, doch für die meisten Arbeitnehmer wird dies eine längere Erwerbstätigkeit erfordern.

Quelle