"Rücksicht schafft Raum": Wie das Ostallgäu Konflikte auf Feldwegen löst
Mila Müller"Rücksicht schafft Raum": Wie das Ostallgäu Konflikte auf Feldwegen löst
Rücksicht schafft Raum: Neue Kampagne für besseres Miteinander in Ostallgäu
Im Landkreis Ostallgäu ist die Initiative "Rücksicht schafft Raum" gestartet, um das Verhältnis zwischen Landwirten, Forstleuten und Freizeitnutzern zu verbessern. Die von der Tourismuszentrale und dem Bayerischen Bauernverband getragene Aktion zielt auf stark frequentierte Feld- und Waldwege ab, wo es häufig zu Konflikten kommt. Die ersten Hinweisschilder und Bodenmarkierungen sind nun am Schwaltenweiher-See in Goldhasen, einem Ortsteil der Gemeinde Rückholz, aufgestellt worden.
Hintergrund der Kampagne sind wachsende Spannungen auf schmalen Wirtschaftswegen, wo große Landmaschinen kaum Platz für Wanderer, Radfahrer oder Reiter lassen. Viele moderne Agrarfahrzeuge sind so breit, dass ein sicheres Überholen unmöglich ist – Freizeitnutzer müssen daher oft ausweichen, um sie passieren zu lassen. Die neuen Schilder und Markierungen geben klare Verhaltensregeln vor, wie die Wege gefahrlos geteilt werden können.
Der ortsansässige Landwirt Xaver Paulsteiner betonte die Notwendigkeit eines größeren Bewusstseins bei allen Wegenutzern. Gegenseitige Rücksichtnahme könne Unfälle verhindern und Frustration abbauen, so Paulsteiner. Auch Maria Rita Zinnecker, Landrätin und Vorsitzende der Tourismuszentrale, unterstützte die Initiative und bezeichnete sie als entscheidend für ein harmonisches Miteinander.
Das Projekt soll schrittweise ausgebaut werden – abhängig von Rückmeldungen aus den Gemeinden. Weitere Standorte kommen hinzu, sobald lokale Behörden Unterstützung bei der Tourismuszentrale anfordern. Ziel ist es, das Verständnis zwischen denen zu fördern, die das Land bewirtschaften, und denen, die es in ihrer Freizeit genießen.
Im Mittelpunkt stehen praktische Lösungen wie sichtbare Schilder und Bodenmarkierungen, die das Verhalten auf gemeinsam genutzten Wegen lenken. Indem Freizeitnutzer dazu angehalten werden, landwirtschaftlichem Verkehr den Vortritt zu lassen, soll die Kampagne Risiken minimieren und die Sicherheit erhöhen. Eine Ausweitung auf andere bayerische Kommunen mit ähnlichen Herausforderungen hängt von der Nachfrage ab.






