Schweizer Armee holt Pensionäre zurück – wer könnte noch "dienen"?
Schweizer Parlament billigt Rückkehr von Pensionären in die Armee – und löst Debatte über weitere "Rekruten" aus
Das Schweizer Bundesparlament hat einen Plan verabschiedet, nach dem ehemalige Soldaten auf freiwilliger Basis wieder in den Militärdienst zurückkehren können. Die Entscheidung hat eine Diskussion ausgelöst, ob das Modell auch auf andere Rentner mit wertvollen Fähigkeiten ausgeweitet werden könnte. Währenddessen tourt der Komiker Simon Enzler mit einem neuen Programm, das die Idee in seinem typisch sarkastischen Stil auf die Schippe nimmt.
Sowohl der Nationalrat als auch der Ständerat stimmten für die Wiedereingliederung von Militärveteranen in die Streitkräfte. Nun muss der Bundesrat ein detailliertes Konzept erarbeiten, wie die Umsetzung in der Praxis aussehen soll. Bisher gibt es keine öffentlichen Stellungnahmen der Schweizer Armee zur Vorlage, auch keine Hinweise auf Pilotprojekte oder eine breitere Debatte seit der Abstimmung.
Kritik an dem Plan kommt vor allem wegen seiner engen Ausrichtung. Manche argumentieren, dass auch andere Rentner nützliche Fähigkeiten einbringen könnten. Vorschläge reichen von der Umwidmung von Golfspielern zu Scharfschützen, Landfrauen zu Feldküchenleiterinnen und Großmüttern zu Strickerinnen von Tarnkleidung. Selbst Wanderer, Gleitschirmflieger und Alphornbläser wurden scherzhaft als mögliche "Ressourcen" ins Spiel gebracht – das markante Dröhnen des Instruments gilt dabei als potenzielle psychologische Waffe.
Der Komiker Simon Enzler hat das Thema für seine aktuelle Tournee Brenzlig aufgegriffen. Bekannt für seinen scharfen politischen Humor und seinen markanten Appenzeller Dialekt, gewann Enzler 2007 den Salzburger Stier, einen der renommiertesten Kleinkunstpreise. Seine Programme verbinden oft lokale Eigenheiten mit nationalen Themen – und dieses Thema passt perfekt in sein Repertoire.
Die Wiedereingliederung von Militärpensionären steckt noch in den Kinderschuhen; der Bundesrat muss nun die konkrete Ausgestaltung vorantreiben. Zwar wurden seit der Abstimmung noch keine offiziellen Schritte eingeleitet, doch die Debatte hat bereits kreativere – und mitunter absurde – Ideen hervorgebracht, wer sonst noch "dienen" könnte. Unklar bleibt vorerst, ob der Plan über ehemalige Soldaten hinaus ausgeweitet wird.






