12 April 2026, 08:02

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" spaltet Politik und Zivilgesellschaft

Eine historische Posterkarte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit nummerierten Regionen und beschrifteten geographischen Merkmalen.

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" spaltet Politik und Zivilgesellschaft

Ein politischer Streit ist über geplante Kürzungen beim Förderprogramm "Demokratie leben!" entbrannt. Die Initiative, die 2014 nach den rechtsextremen Morden des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) ins Leben gerufen wurde, erhält derzeit jährlich 200 Millionen Euro. Kritiker warnen nun, die Einschnitte könnten zivilgesellschaftliche Organisationen in ganz Deutschland destabilisieren.

Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, nachdem CDU-Ministerin Karin Prien Reformpläne vorstellte, die bei Koalitionspartnern und Opposition gleichermaßen auf scharfe Ablehnung stießen. Der Konflikt begann, als Prien die Notwendigkeit von Reformen verteidigte und einräumte, dass Teile des Programms zwar erfolgreich seien. Gleichzeitig argumentierte sie, Veränderungen seien unvermeidbar. Ihre Äußerungen zogen umgehend Kritik der SPD-Abgeordneten Saskia Esken nach sich, die der Koalition vorwarf, zivilgesellschaftliche Gruppen in Unsicherheit zu stürzen. Esken nannte als Beispiel HateAid, eine Organisation, die Opfer digitaler Hetze unterstützt und die von den Kürzungen besonders betroffen wäre.

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Die Opposition reagierte prompt. Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger machte die Union für eine Politik verantwortlich, die ihrer Ansicht nach die Zivilgesellschaft schwäche und indirekt der rechtsextremen AfD in die Hände spiele. Unterdessen lobte der AfD-Abgeordnete Kay Gottschalk Priens Pläne, während ein Parteikollege die vollständige Abschaffung des Programms forderte. Die Linke brachte zudem einen Antrag ein, um eine Debatte über die Kürzungen zu erzwingen.

Der öffentliche Widerstand wuchs rasant. Eine Petition auf der Plattform Campact sammelte innerhalb von nur zwei Tagen fast 45.000 Unterschriften. Der SPD-Abgeordnete Felix Döring versuchte, die Kritiker zu beruhigen, und betonte, die Koalition stehe weiterhin hinter "Demokratie leben!" – doch auch er übt Kritik an dem Ausmaß der geplanten Einschnitte. Die Kürzungen haben tiefe Gräben innerhalb der Koalition und darüber hinaus aufgedeckt. Bei einem Volumen von fast 200 Millionen Euro bleibt die Zukunft des Programms ungewiss. Das schnelle Wachstum der Petition deutet darauf hin, dass das Thema in den kommenden Wochen weiter für öffentliche Aufmerksamkeit sorgen wird.

Quelle