24 March 2026, 14:01

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew: Kunst zwischen Zensur und Freiheit

Vier junge Balletttänzerinnen in weißen Kleidern tanzen auf einer Bühne mit einer gemalten Kulisse aus Bäumen und Himmel, in Schwarz-Weiß.

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew: Kunst zwischen Zensur und Freiheit

Ein umstrittenes Ballett über Rudolf Nurejew sieht sich seit seiner Premiere mit Verboten und juristischen Problemen konfrontiert. Die 2017 in Moskau uraufgeführte Produktion beleuchtet das Leben des Tänzers, seine Liebe und seinen Kampf um Freiheit. Russische Behörden verboten das Stück später wegen LGBTQ+-Themen, während seine Schöpfer auf dem Weg dorthin mit persönlichen und rechtlichen Herausforderungen konfrontiert wurden.

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Das Ballett "Nurejew" entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Choreografen Juri Possochow und dem Regisseur Kirill Serebrennikow. Ihre erste Fassung hatte 1995 in Berlin Premiere – im selben Jahr, in dem Nurejews Nachlass versteigert wurde. Possochow, ursprünglich aus der Ukraine, arbeitete auch nach der Invasion 2022 weiter in Russland, während Serebrennikow in seiner Heimat mit juristischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Die überarbeitete Produktion wurde 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt, doch Serebrennikow konnte nicht anwesend sein. Er stand damals unter Hausarrest und wurde später wegen Untreue verurteilt. Kritiker merkten an, dass der zweiten Akt des Balletts trotz der mutigen Themen von Identität und Exil nicht an die Wucht des ersten heranreichte.

Nurejew, 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern in einem Zug in der Nähe des Baikalsees geboren, wurde zu einem der größten Tänzer der Geschichte. 1993 starb er in Paris an den Folgen von Aids. Seine Geschichte – geprägt von Trotz und Genie – bleibt zentral für die Erzählung des Balletts.

Die russische Regierung verbot "Nurejew" 2023 mit Verweis auf dessen LGBTQ+-Inhalte. Die Geschichte der Produktion ist nun sowohl von künstlerischer Anerkennung als auch von politischer Kontroverse geprägt. Trotz aller Widerstände rückt das Ballett weiterhin Nurejews bleibendes Erbe als revolutionäre Figur des Tanzes in den Fokus.

Quelle