Vom Koch zum Baustellenarbeiter: Pawels prekäre Job-Odyssee in Deutschland
Mila MüllerVom Koch zum Baustellenarbeiter: Pawels prekäre Job-Odyssee in Deutschland
Pawel, ein 36-jähriger Koch aus Belarus, nahm seine erste Stelle im Ausland in einem Lager in der Nähe von Köln an. Die Arbeit fand er über eine polnische Agentur, die auf Instagram warb. Doch seine Zeit dort war nur von kurzer Dauer – nach gerade einmal einer Woche brach er auf, um etwas Neues zu suchen.
Es ging ihm dabei nicht nur ums Geld. Pawel wollte unterschiedliche Erfahrungen sammeln, selbst wenn das bedeutete, unsichere Arbeitsbedingungen und ungleiche Bezahlung hinter sich zu lassen.
Nach Köln war er mit einem Freund im Privatwagen von Warschau aus gereist. Im Lager verdiente er zwischen 1.100 und 1.300 Euro im Monat, doch bald fiel ihm auf, dass türkische Kollegen für dieselbe Arbeit mehr erhielten. Die Lebensbedingungen im Hostel waren trostlos: überall Bierflaschen, unter den Bewohnern herrschte starker Alkoholkonsum. Nach einer Woche kündigten er und sein Freund.
Sein nächster Halt war Hamburg, wo er als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle jobbte. Der Lohn lag bei mageren 7 Euro pro Stunde – deutlich weniger als im Lager. Doch auch diese Stelle war nur von kurzer Dauer: Sein Visum lief ab, und mit dem Ende des Projekts musste er gehen.
Pawels Reise wurde nicht allein von finanzieller Not angetrieben. Er wollte Neues entdecken, selbst wenn das bedeutete, härtere Arbeit für weniger Geld anzunehmen oder in unsicheren Wohnverhältnissen zu leben.
Seine Zeit in Deutschland war kurz, aber abwechslungsreich. Nach wenigen Tagen verließ er das Lager, wechselte in den Bau, bis sein Visum auslief. Seine Geschichte spiegelt die Herausforderungen kurzfristiger Arbeit im Ausland wider – von ungleichen Löhnen bis zu prekären Unterkünften. Doch sein Fokus lag stets auf Erfahrungen, nicht auf dem Verdienst.






