14 June 2026, 14:01

Wehrpflicht kehrt zurück: Warum viele junge Männer den Fragebogen ignorieren

"Unfollow Bundeswehr"

Wehrpflicht kehrt zurück: Warum viele junge Männer den Fragebogen ignorieren

Deutschland hat die allgemeine Wehrpflicht für junge Männer, die 2008 oder später geboren wurden, wieder eingeführt. Die Meldepflicht trat am 1. Januar 2023 in Kraft – alle Betroffenen müssen einen Fragebogen ausfüllen. Bis Anfang Mai hatten jedoch etwa ein Viertel der Jugendlichen dies noch nicht getan und müssen nun mit möglichen Bußgeldern rechnen.

Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit bereits das Mindestziel für 2026 erreicht. Bis 2035 soll die Truppe auf mindestens 255.000 Personen anwachsen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten werden vorerst nur Freiwillige zu den ersten Grundfitness-Tests im Rahmen des sogenannten „Eierkornrollgriffs“ einberufen.

Auf einem Anti-Wehrpflicht-Festival der Linken fragte Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, das überwiegend junge Publikum, wer freiwillig gekommen sei. Sie rief zum Widerstand gegen die Wehrerfassung auf und erklärte: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“ Daniel Lücking, politikberater der Linken und ehemaliger Soldat, argumentierte, die Wehrpflicht sei überholt. Als ehemaliger Einsatzsoldat in Afghanistan, wo er an Radioprogrammen zur Gewinnung lokaler Unterstützung mitwirkte, behauptete er, moderne Sabotageakte könnten mehr Schaden anrichten als klassischer Militärdienst.

Während die Meldeverfahren weiterlaufen und bei Nichtbefolgung Strafen drohen, strebt die Bundeswehr bis 2035 einen deutlichen Personalausbau an. Kritische Stimmen aus der Opposition bleiben jedoch laut und lehnen Wehrpflicht wie Militarisierung weiterhin ab.

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