25 March 2026, 08:01

Bundesregierung lockert Agrarregeln gegen invasive Zikaden und Käferplagen

Kölner Kartoffelkafer auf dem Boden zwischen kleinen Pflanzen und hölzernen Stäben.

Bundesregierung lockert Agrarregeln gegen invasive Zikaden und Käferplagen

Die Bundesregierung wird im kommenden Jahr die landwirtschaftlichen Vorschriften lockern, um die Ausbreitung der Glasflügeligen Rebenzikade einzudämmen. Neue Ausnahmen ermöglichen es, Ackerflächen nach dem Anbau von Kartoffeln, Zuckerrüben und bestimmten Gemüsesorten brachliegen zu lassen. Mit dieser Maßnahme soll der Lebenszyklus des Insekts unterbrochen und seine weitere Verbreitung in den betroffenen Regionen eingedämmt werden.

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Unterdessen kämpft Bayern mit einer eigenen Schädlingskrise: Der Reismehlkäfer breitet sich rasant in Getreidelagern und Lebensmittelbetrieben aus. Besonders betroffen sind die Landkreise Fürstenfeldbruck, München und Ingolstadt, wo vermehrt Ausbrüche gemeldet werden.

Die Glasflügelige Rebenzikade stellt eine ernste Bedrohung für die Ernte dar, da sie die Stolbur-Krankheit und das SBR-Virus überträgt. Bisher mussten Landwirte mindestens 80 Prozent ihrer Felder mit Pflanzen, Mulch oder Ernteresten bedecken, um Erosion und Nährstoffverluste zu verhindern. Doch laut der neuen Regelung dürfen Flächen, auf denen zuvor Kartoffeln, Zuckerrüben oder Gemüse angebaut wurden, nun brachliegen.

Forschungen zeigen, dass das Liegenlassen von Ackerland im Spätsommer die Zikadenlarven aushungert und sie daran hindert, sich zu adulten Tieren zu entwickeln. Diese Methode hat sich in früheren Versuchen als wirksam erwiesen und veranlasst die Regierung nun, die Beschränkungen zu lockern. Der Einsatz von Insektiziden im Notfall bleibt jedoch komplex und erfordert zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, um Risiken zu minimieren.

In Bayern hat sich der Reismehlkäfer seit 2023 rasant ausgebreitet und Lagerstätten sowie Verarbeitungsbetriebe stark in Mitleidenschaft gezogen. Bis 2025 wurden in Fürstenfeldbruck, Olching und Erding schwere Ausbrüche registriert. Der Bayerische Kartoffelverband führt Gespräche mit Erzeugern und Händlern, um die Saatgutversorgung zu sichern und die Abhängigkeit von externen Bezügen zu verringern.

Auch die EU-Agrarstandards werden derzeit überprüft, da Behörden mit lokalen Stellen zusammenarbeiten, um Schädlingsbekämpfung und ökologische Auflagen in Einklang zu bringen. Ziel ist es, praktikable Lösungen zu finden, ohne dabei die Bodengesundheit oder die Erntesicherheit zu gefährden.

Die neuen Regelungen ermöglichen es Landwirten, Flächen nach dem Anbau von Risikokulturen brachliegen zu lassen, um die Zikadenpopulation ohne verstärkten Chemikalieneinsatz zu reduzieren. In Bayern laufen unterdessen die Bemühungen, den Reismehlkäfer einzudämmen, mit besonderem Fokus auf den Schutz von Getreide- und Lebensmittelvorräten.

Beide Maßnahmen spiegeln die größeren Bestrebungen wider, landwirtschaftliche Praktiken anzupassen und gleichzeitig die Umwelt- und Sicherheitsstandards der EU zu erfüllen.

Quelle