CSU nach Wahldebakel: Söder gerät unter Beschuss – und die Partei zerstreitet sich
Mila MüllerCSU nach Wahldebakel: Söder gerät unter Beschuss – und die Partei zerstreitet sich
In der bayerischen CSU sind nach enttäuschenden Kommunalwahl-Ergebnissen die Spannungen eskaliert. Parteichef Markus Söder sah sich scharfer Kritik von Kollegen ausgesetzt, die seine Krisenbewältigung nach der Niederlage bemängelten. Seine ersten Äußerungen auf einer Pressekonferenz lösten einen Shitstorm aus und hinterließen bei vielen Mitgliedern Frust.
Der Streit entzündete sich, als Söder andeutete, einige CSU-Kandidaten seien unter Druck gescheitert. Ein unterlegener Bewerber konterte scharf und wies Vorwürfe zurück, überfordert oder fehleranfällig gewesen zu sein. Andere warfen dem Vorsitzenden vor, er habe es an Demut fehlen lassen und nicht als prägende Führungspersönlichkeit des Freistaats agiert.
Josef Zellmeier, Haushaltspolitiker aus Straubing, äußerte öffentlich seine Enttäuschung über Söders Reaktion. Gleichzeitig machten Parteimitglieder unpopuläre Landesentscheidungen für die Verluste verantwortlich – etwa Kürzungen beim Kindergeld und höhere Wassergebühren.
Später entschuldigte sich Söder bei der Landtagsfraktion für seine früheren Aussagen. Zudem dankte er jenen, die im Wahlkampf angetreten, aber gescheitert waren. Doch sein Appell, die CSU "gewinne und verliere gemeinsam", konnte die inneren Konflikte kaum entschärfen.
Kritik traf auch CSU-Generalsekretär Martin Huber. Die Junge Union, der Jugendverband der Partei, wies seine Versuche zurück, die schlechten Ergebnisse mit regionalen Faktoren zu erklären.
Zuvor hatte Söder den Freien Wählern vorgeworfen, in Regionen wie Cham und Waldkraiburg gezielt AfD-Anhänger umworben zu haben. Belege für diese Behauptung blieben jedoch aus – die Aussage blieb unbewiesen.
Die Wahlniederlage hat die Gräben in der CSU offenbart. Söders Entschuldigung und Aufrufe zur Einheit konnten die Unzufriedenheit nicht vollständig ausräumen. Mit umstrittenen politischen Weichenstellungen und einem hinterfragten Führungsstil steht die Partei nun unter Druck, vor künftigen Abstimmungen die internen Konflikte zu bereinigen.






