Neues EU-System erfasst biometrische Daten von Reisenden an Schengen-Grenzen
Ida LangNeues EU-System erfasst biometrische Daten von Reisenden an Schengen-Grenzen
Ein neues digitales System erfasst nun Reisende, die in den Schengen-Raum ein- oder ausreisen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) zeichnet biometrische Daten in Echtzeit auf und ersetzt damit die bisherige Praxis des Passstempelns. Behörden zufolge soll es die Sicherheit erhöhen und Betrug an stark frequentierten Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen eindämmen, die zusammen jährlich über drei Millionen Grenzübertritte abwickeln.
Das EES erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Nicht-EU-Bürgern. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und ermöglichen es den Behörden, Ein- und Ausreisen präziser zu überwachen. Ziel des Systems ist es, Identitätsbetrug zu verhindern und Besucher zu ermitteln, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten.
Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Kontrollen an den Außengrenzen angewiesen, um die Reisefreiheit innerhalb der Zone zu gewährleisten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass das EES mit verschärften Landgrenzenkontrollen einhergehe. Gleichzeitig helfe es, Ressourcen auf den Luftverkehr zu konzentrieren, wo hohe Passagierzahlen besondere Herausforderungen mit sich brächten.
2025 verzeichnete der Flughafen Nürnberg mit rund 4,5 Millionen Passagieren einen neuen Rekord. Das System ist dort bereits im Einsatz – ebenso wie in Memmingen und an anderen deutschen Flughäfen. Zwar liegen für die ersten sechs Monate des Jahres 2024 noch keine genauen Zahlen vor, doch die Behörden meldeten in diesem Jahr fast 7.000 Verstöße im Zusammenhang mit Grenzkontrollen.
Das EES markiert den Übergang von manuellen Passstempeln zur automatisierten biometrischen Erfassung. Es soll die Sicherheit stärken, ohne rechtmäßigen Reisenden unnötige Hindernisse zu bereiten. Angesichts von Millionen Grenzübertritten pro Jahr wird die Wirkung des Systems in den kommenden Jahren genau beobachtet werden.