16 March 2026, 04:02

SuedLink und SuedOstLink: Neue Bauweise beschleunigt Deutschlands Stromtrassen-Projekte

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Grabens mit einem Rohr darin, umgeben von Steinen, hölzernen Gegenständen und einer Wand, mit Text unten.

SuedLink und SuedOstLink: Neue Bauweise beschleunigt Deutschlands Stromtrassen-Projekte

Deutschlands Energiewende macht Fortschritte mit zwei großen Stromtrassen: SuedLink und SuedOstLink. Die Leitungen sollen Windenergie aus dem Norden in den Süden transportieren und dabei Hunderte von Kilometern überbrücken. Nun wird eine neue Bauweise erprobt, die die Beeinträchtigungen verringern und den Prozess beschleunigen soll.

Die Planung für SuedLink begann vor über einem Jahrzehnt, doch erst im August 2023 startete der Bau in Bayern. Das Projekt umfasst 700 Kilometer, wovon 130 Kilometer durch den Freistaat verlaufen. Die herkömmliche offene Grabenverlegung stieß bei Landwirten auf Widerstand, da sie agricultural genutzte Flächen stark belastet.

Eine schnellere und weniger invasive Methode – das Kabelpflügen – wird nun getestet. Dabei werden die Kabel direkt in den Boden eingezogen, ohne die Oberfläche stark zu beeinträchtigen. In Bayern sollen 42 Kilometer von SuedLink mit dieser Technik verlegt werden, sodass die Felder fast sofort wieder nutzbar sind.

Feldversuche in der Nähe von Landshut bestätigten die Präzision des Verfahrens bei geeigneten Bodenverhältnissen. Politiker, Grundbesitzer und Verbände fordern bereits, die Methode auch beim SuedOstLink einzusetzen – einer 543 Kilometer langen Gleichstromtrasse. Bis zu 500 Kilometer dieser Leitung könnten auf diese Weise verlegt werden, was Bauzeit und Umweltbelastung deutlich reduzieren würde.

Beide Projekte sollen bis 2027 fertiggestellt werden und so einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der erneuerbaren Energieziele leisten – mit weniger Verzögerungen und weniger Konflikten um die Flächennutzung.

Der Wechsel zum Kabelpflügen kommt langjährigen Bedenken hinsichtlich Bauverzögerungen und Schäden an Ackerland entgegen. Bei Erfolg könnte die Methode zum Standard für künftige Stromtrassenprojekte werden. Die Fertigstellung von SuedLink und SuedOstLink bis 2027 würde einen entscheidenden Schritt in der Ausweitung der erneuerbaren Energien in Deutschland markieren.

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