Pfefferspray-Attacke am Nürnberger Hauptbahnhof nach Streit um Zigarette
Mila MüllerPfefferspray-Attacke am Nürnberger Hauptbahnhof nach Streit um Zigarette
Streit um eine Zigarette eskaliert zu gewalttätiger Auseinandersetzung am Nürnberger Hauptbahnhof
In den frühen Morgenstunden des 11. März kam es am Nürnberger Hauptbahnhof nach einem Streit um eine Zigarette zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Ein 24-jähriger Deutscher griff einen 62-jährigen Türken mit Pfefferspray an, nachdem dieser seine Bitte abgewiesen hatte. Die Situation spitzte sich zu, als der ältere Mann seinen Angreifer wegstieß und dieser sich dabei verletzte.
Der Vorfall begann auf Gleis 7, als der jüngere Mann – der wegen Diebstahls, Raubs und Drogendelikten vorbestraft ist – den 62-Jährigen nach einer Zigarette fragte. Als dieser ablehnte, sprühte der Angreifer ihm Pfefferspray direkt ins Gesicht. Das Opfer, das bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, wehrte sich, indem es den Täter von sich schob, der daraufhin stürzte und sich dabei an der Schulter verletzte.
Drei Zeugen bestätigten den Hergang gegenüber der Polizei. Die Behörden nahmen den 24-Jährigen vorläufig zur Vernehmung in die Dienststelle der Bundespolizeiinspektion Nürnberg mit, ließen ihn jedoch noch am selben Tag wieder frei.
Obwohl es keine bundesweiten Statistiken zu Pfefferspray-Vorfällen in Bahnhöfen gibt, deuten Berichte auf eine zunehmende Gewalt hin. So wurden am Leipziger Hauptbahnhof im Jahr 2025 insgesamt 489 Fälle von Körperverletzung registriert – mehr als an jedem anderen deutschen Bahnhof. Bereits Anfang 2026 hatte es am Nürnberger Hauptbahnhof einen weiteren Angriff mit Pfefferspray gegeben.
Der 24-Jährige wurde vorerst ohne Anklage entlassen, die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Der 62-Jährige erlitt Reizungen im Gesicht, musste aber nicht ärztlich behandelt werden. Die Polizei hat bisher keine weiteren Maßnahmen in diesem Fall bekannt gegeben.