15 March 2026, 04:02

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur mit eigenem Schönheitsideal wurde

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur mit eigenem Schönheitsideal wurde

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde eine Modepuppe namens Steffi zur Kultfigur. Als ostdeutsche Antwort auf Barbie konzipiert, verkörperte sie einen eigenen Stil und ein anderes Schönheitsideal. Ihre Geschichte beginnt in Waltershausen, einer kleinen Stadt, die einst für ihre Puppenherstellung berühmt war.

Entworfen wurde Steffi von Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Gefertigt im staatlichen VEB Puppenfabrik Biggi, lief sie in Waltershausen vom Band – dem Zentrum der DDR-Puppenproduktion.

Auffällig war ihr Look der 1960er-Jahre: markantes Lidstrich-Make-up, eine voluminöse Hochsteckfrisur und eine kräftigere Statur als Barbie. Ihre hohe Stirn und das erwachsene Erscheinungsbild verleihen ihr bis heute einen unverwechselbaren Charakter. Anders als ihr westliches Pendant gab es Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen – ein frühes Zeichen für mehr Vielfalt.

Mit einem Preis von 16 DDR-Mark galt sie für viele Familien als teuer. Dennoch wurde sie häufig exportiert, oft als Geschenk an ausländische Würdenträger. Diese Exporte brachten der DDR dringend benötigte Devisen ein.

Heute sind originale Steffi-Puppen bei Sammlern begehrt. Je nach Zustand und Ausstattung erzielen sie Preise zwischen 20 und 200 Euro.

Steffi bleibt ein Symbol für ostdeutsches Handwerk und Design. Ihre verschiedenen Hauttöne und der mutige 1960er-Jahre-Stil hoben sie von anderen Modepuppen ihrer Zeit ab. Sammler und Historiker schätzen sie bis heute als Teil des kulturellen Erbes der DDR.

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