Steuerstreit eskaliert: CDU und SPD liefern sich erbitterten Schlagabtausch über Erbschaftssteuer und Unternehmensreformen

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Ein aufgeschlagenes Buch mit Text und Bildern von zwei Autos.

Steuerstreit eskaliert: CDU und SPD liefern sich erbitterten Schlagabtausch über Erbschaftssteuer und Unternehmensreformen

Ein neuer Streit über die Steuerpolitik ist zwischen den Koalitionspartnern in Deutschland entbrannt. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, drängt auf eine schnellere Reform der Unternehmensbesteuerung, die bereits ab Januar 2026 in Kraft treten soll. Gleichzeitig hat die SPD Pläne zur Reform der Erbschaftsteuer vorgelegt – und damit scharfe Kritik aus der CDU/CSU-Union ausgelöst.

Söders Forderung zielt darauf ab, die Senkung der Unternehmenssteuern zu beschleunigen. Er argumentiert, dass Unternehmen schneller als geplant entlastet werden müssten, und schlug vor, die Änderungen rückwirkend zum Beginn des Jahres 2026 anzuwenden. Rainer Kirchdörfer, Vorstandsmitglied der Stiftung Familienunternehmen, unterstützte den Vorschlag und betonte, dies würde das Wirtschaftswachstum fördern.

Die SPD lehnte den Plan umgehend ab. Wiebke Esdar, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, bezeichnete ihn als "nicht finanzierbar" und warnte vor Haushaltslücken in Höhe von zehnt Milliarden Euro. Sie bestand darauf, dass die Regierung die finanzielle Stabilität Vorrang vor überstürzten Steuersenkungen einräumen müsse. Bei der Erbschaftsteuer skizzierte die SPD eine zweistufige Reform: Übliche Familienvermögenswerte wie das Elternhaus oder eine kleine Wohnung sollen künftig steuerfrei bleiben, da die Freigrenze über die Lebenszeit erhöht wird. Gleichzeitig will die Partei Schlupflöcher schließen, die es Superreichen und großen Unternehmensnachfolgern ermöglichen, hohe Steuern zu umgehen. SPD-Chef Matthias Miersch kritisierte, die aktuellen Regeln begünstigten "Super-Erben" unfair, während normale Familien mehr zahlen müssten.

Die CDU/CSU konterte scharf und bezeichnete die SPD-Pläne als "leistungsfeindlich". Kritiker befürchten, dass höhere Steuern auf Unternehmensvermögen Familienbetriebe belasten und Investitionen hemmen würden. Der Konflikt deutet auf tiefere Spannungen hin, wobei die Steuerpolitik zum möglichen Zündstoff für die Koalition in den kommenden Monaten werden könnte.

Die SPD bestätigte zudem ihre Absicht, bis 2026 breite Steuersenkungen für Gering- und Mittelverdiener einzuführen. Bisher fehlen jedoch konkrete Angaben, wie diese Entlastungen neben der Erbschaftsteuerreform finanziert werden sollen.

Die Auseinandersetzung offenbart eine wachsende Kluft zwischen den wirtschaftlichen Prioritäten der Koalition. Während die SPD auf Gerechtigkeit und höhere Einnahmen durch die Besteuerung großer Vermögen setzt, fordert die CDU/CSU unternehmensfreundliche Reformen. Da keine der Seiten Kompromissbereitschaft zeigt, könnte der Steuerstreit die Einheit der Regierung in naher Zukunft auf die Probe stellen.

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