21 March 2026, 00:02

Vom Tabu zur Akzeptanz: Wie Sexpuppen die Medien erobern

Schwarzes und weißes Foto einer Reihe russischer Matryoshka-Puppen, jede mit einem eindeutigen menschlichen Gesicht, begleitet von Text.

Vom Tabu zur Akzeptanz: Wie Sexpuppen die Medien erobern

Von tabuisiert zu teilweise akzeptiert: Sexpuppen im Medienwandel

Sexpuppen haben sich in den letzten Jahrzehnten von obskuren Kuriositäten zu weit verbreiteten Produkten gewandelt. Die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener wird in einem kommenden taz Queer Talk über ihre sich verändernde Darstellung in den Medien sprechen. Die von taz-Redakteur Jan Feddersen moderierte Veranstaltung untersucht, wie diese Objekte vom Tabu zur teilweisen Akzeptanz gelangt sind.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, forscht zu visueller Kultur und marginalisierten Gruppen. Ihre jüngsten Arbeiten befassen sich mit Themen wie True Crime, weiblichen Bildwelten und der Schnittstelle von KI mit Liebe – einschließlich der Geschichte humanoider Begleiter.

Ihre Analyse setzt in den 1990er-Jahren an, als Sexpuppen noch selten und oft stigmatisiert waren. Japan wurde zum Vorreiter ihrer Entwicklung und etablierte sie als Werkzeuge für Gesellschaft. Westliche Gesellschaften zehigten sich zunächst resistent, doch die Einstellungen änderten sich mit der Zeit.

In den 2010er- und 2020er-Jahren expandierte der Markt rasant. Fortschritte in der Silikon-Technologie und die Integration von KI machten die Puppen lebensechter. Einige Länder, wie Südkorea und Teile Europas, führten Beschränkungen ein oder diskutierten über ihren Verkauf. Die öffentliche Meinung bleibt gespalten: Manche sehen darin therapeutische Hilfsmittel, andere kritisieren sie als Verstärker ungesunder Beziehungsdynamiken.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit Queer Nations e.V., einer Berliner Initiative, organisiert. Feddersen, der die taz Talks und das taz lab kuratiert, wird die Diskussion leiten. Regeners Arbeit zeichnet zudem die weitere Geschichte humanoider "Spielzeuge" nach – fast ein Jahrhundert kulturellen Wandels.

Der Talk beleuchtet, wie mediale Erzählungen die Wahrnehmung von Sexpuppen prägen. Regeners Forschung zeigt ihren Übergang von Nischenobjekten zu Mainstream-Produkten auf. Die Diskussion steht im Kontext der anhaltenden Debatten über Technologie, Intimität und gesellschaftliche Normen.

Quelle